Ohrenkorrektur

Allgemeines zur Ohrenkorrektur

Abstehende Ohren sind eine Fehlbildung des Ohres und kommen relativ häufig vor. Zwar wird die Funktion der Ohren dadurch nicht behindert, diese Normabweichung kann jedoch beim betroffenen Kind oder auch Erwachsenen zu Scham- und Minderwertigkeitsgefühlen führen. Gerade bei Kindern und Jugendlichen sind abstehende Ohren ein beliebter Angriffspunkt für Hänseleien (Segelohren), die diese oft jahrelang über sich ergehen lassen müssen.

Je nach Ohrdeformität kommen in der Plastischen Gesichtschirurgie und Plastischen Chirurgie verschiedene Operationsverfahren zur Anwendung, um abstehende Ohren anzulegen.

Ohrenanlegen-EingriffAbstehende Ohren sind eine häufig vorkommende Missbildung der Ohren

Operationstechnik

Bei abstehenden Ohren handelt es sich meist um eine zu schwach ausgeprägte Ohrmuschelfalte, die mittels Knorpelschwächung und Nahtfixation in die richtige Position gebracht werden kann und dort gehalten wird. Bei stärkerem Ausprägungsgrad wird begleitend eine Rotation der Ohrmuschel durchgeführt.

Verkleinerungen des Ohres oder der Ohrmuschel, Randkorrekturen oder Größen- und Stellungsänderung der Ohrläppchen erfordern andere operative Verfahren. Da der chirurgische Zugangsweg bei abstehenden Ohren auf der Rückseite liegt, verbleiben keine sichtbaren Narben.

Der Eingriff zur Ohrenkorrektur wird in Lokalanästhesie, ggf. im Dämmerschlaf oder in kurzer Narkose ambulant durchgeführt (bei Kindern Vollnarkose).

Risiken, Aufwand und Komplikationen

Erfreulicherweise ist die Ohrkorrektur einer der Eingriffe der Plastischen Gesichtschirurgie bzw. Plastischen Chirurgie, bei dem schwere Komplikationen die absolute Ausnahme sind. Lebensbedrohliche Komplikationen sind nahezu ausgeschlossen.

Nachblutung
Gesundheitsgefährdend kann jedoch eine Blutung oder Nachblutung sein, die während der Operation, sofort in den ersten Stunden nach der Operation bis hin zu 10 Tagen nach dem Ohren anlegen auftreten kann. Sie kann eine erneute Behandlung notwendig machen und das ästhetische Ergebnis der Ohrkorrektur gefährden.

Unregelmäßigkeiten
In der Regel wird das ästhetische Ziel der Ohrkorrektur erreicht. Kleinere Unregelmäßigkeiten können jedoch vorübergehend oder dauerhaft auftreten. Dazu gehören insbesondere kleine Unregelmäßigkeiten im Bereich der äußeren Ohrmuschel oder kleine Narben, die oftmals dem kritischen Blick des Patienten weit mehr auffallen als der Umwelt.

Asymmetrien
Selten sind kleinere Nachkorrekturen von Unregelmäßigkeiten und Asymmetrien notwendig. Falls dies jedoch erforderlich sein sollte, wird man eine Entscheidung darüber meistens erst nach einem halben Jahr treffen, da es wichtig ist, die Heilungsprozesse abzuwarten.

Wichtiges zur OP

Vorbereitung

Der Eingriff kann wahlweise in örtlicher Betäubung oder in kurzer Vollnarkose vorgenommen werden. Beide Anästhesieverfahren haben ihre Vor- und Nachteile, die in den Beratungsgesprächen thematisiert werden.

Größere Vorbereitungen sind für eine Ohrkorrektur nicht erforderlich.

  • Das Rauchen sollte 1 Woche vor und nach dem Ohren anlegen eingestellt werden.
  • Die Einnahme von sog. Thrombozytenaggregationshemmer (z.B. acetylsalicylsäurehaltige Medikamente wie Aspirin und ASS) muss wenigstens 1 Woche vor der Operation in Absprache mit dem behandelnden Arzt abgesetzt werden.
  • Bei einer evtl. bestehenden Marcumarbehandlung muss, ebenfalls in Absprache mit dem behandelnden Hausarzt oder Internisten, eine medikamentöse Umstellung erfolgen.
Nachsorge
  • Für etwa 7 Tage ist ein Kopfverband zu tragen.
  • Das Nahtmaterial wird nach 10 Tagen entfernt.
  • Für weitere 2 Wochen sollte nachts ein Stirnband getragen werden.
Menü
MENU
×